Datengetriebene Innovation ist entscheidend für das Wirtschaftswachstum. Wir können relativ einfach dazu gebracht werden, unsere Daten zu tauschen um dafür hilfreiche Funktionen von Apps oder Webseiten zu nutzen. Aber muss dafür die Privatsphäre aufgegeben werden? In einer idealen Welt hätten wir Datenschutzgesetze, die uns Verbraucher umfassend schützend und gleichzeitig der Wirtschaft helfen, nachhaltig zu gedeihen. Wir sind sogar der Meinung, dass Privatsphäre ein grundlegendes Menschenrecht darstellt. Leider sind wir von dieser idealen Welt weit entfernt, denn die kontinuierliche Datenerhebung durch Regierungen oder Unternehmen hat gewaltige Ausmasse angenommen.
Das Ziel von Staaten oder Konzernen ist einfach: mehr Wissen. Denn Wissen ist Macht. Die erhobenen Daten können verwendet werden, um unser Handeln zu berechnen, unsere Meinung zu beeinflussen oder unser Einkaufs- und Wahlverhalten zu steuern.
Aber ich habe doch gar nichts zu verbergen?
Ein Argument das nicht selten zur Sprache gebracht wird. Hört sich im ersten Moment vielleicht logisch an, ist aber erschreckend falsch. Regierungen nutzen diese Argumentation, um eine Massenüberwachung zu rechtfertigen, die uns bis in private Bereiche einschränkt während Konzerne unter diesem Vorwand noch mehr Daten erfassen, sammeln, analysieren und speichern.
Zu argumentieren, dass Sie keine Privatsphäre brauchen, weil Sie nichts zu verbergen haben, ist so, als würden Sie sagen, dass Sie keine Meinungsfreiheit brauchen, weil Sie nichts zu sagen haben.
Edward Snowden
So schlimm kann es gar nicht sein…
Es gibt Verbraucherschutzgesetze die regeln, wie genau Unternehmen Daten sammeln, verarbeiten und verwenden dürfen (z.B. das nDSG oder die DSGVO) – jedenfalls theoretisch. In der Praxis zeigen sich aber immer wieder Fälle bei denen solche Gesetze nicht oder fehlerhaft umgesetzt werden. Daraus resultiert oftmals ein Datenleck oder die unrechtmässige Weitergabe von sensiblen personenbezogenen Daten an Dritte. Diese dann plötzlich öffentlich-verfügbaren Daten können dann entsprechend missbraucht werden.
Was gibt es für eine Lösung?
Der Schutz der Privatsphäre ist also nicht nur wichtig, sondern unverzichtbar, auch wenn man nichts zu verbergen haben sollte. Als Benutzer hat man die Möglichkeit, für seine Privatsphäre gegenüber dem Staat einzustehen und sich für Dienstleistungen wie Apps oder Webseiten zu entscheiden, die nach dem sogenannten Privacy-by-Design-Prinzip arbeiten. Das bedeutet, dass die entsprechende Dienstleistung (Software oder Hardware) von Grund auf so konzipiert wurde, dass alle Massnahmen für die Sicherstellung des Datenschutzes von Anfang an berücksichtigt wurde. Eine kuratierte Liste solcher Dienstleistungen gibt es unter privacytools.io